Wer ist Fred Toplak?

Die Geschichte meiner Familie beginnt in der Stadt Cilli, die ganz früher einmal zu Deutschland, dann zu Österreich und zuletzt zu Jugoslawien gehörte. Jetzt heißt sie Celje und liegt im heutigen Slowenien. Dort wurde mein Großvater Franz Toplak 1881 geboren. Arbeit in der Landwirtschaft rund um die Uhr prägte damals den Alltag. Das Leben war hart aber auskömmlich, die Natur wunderschön und zum Kirchgang zog man sich die guten Schuhe erst vor dem Gotteshaus an.

Nach dem Ersten Weltkrieg folgten meine Großeltern wie viele andere auch dem Ruf der Zechen und des "schwarzen Goldes" ins Ruhrgebiet. Später hat mein Opa das Knappenheft der Zeche Westerholt an meinen Vater Alfred Toplak weitergereicht. Die Lebensart einer typischen Bergmannssiedlung hat mich geprägt, aber meine Neugier auf Neues, Verborgenes und auf Veränderung führte mich zum Handwerk eines Schilder- und Lichtreklame-Herstellers. Heute habe ich selbst ein mittelständisches Unternehmen und beschäftige 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Seit über zwanzig Jahren lebe ich nun mit meiner Frau Barbara und meinen jüngsten Kindern Amelie und Luke in Herten-Transvaal. Unsere Hündin Perth zählen wir auch zur Familie. 1994 haben wir das Fachwerkhaus Anno 1798, das erste Haus an der Stadtgrenze zu Marl, am Rande der schönen Ried, vor dem Abriss gerettet, renoviert und ausgebaut.

Aus diesem Mittelpunkt meines Lebens heraus verfolge ich tagtäglich, was mir wichtig ist: genau hinzusehen, wo "Not am Mann" ist, um – zusammen mit anderen Menschen – aktiv die Welt um mich herum zu gestalten. Hier und da, wo es nottut, vergesse ich auch nicht, den Herrgott um Unterstützung zu bitten.

Weil ich mir die Freiheit nehme, mit unverstelltem Blick und parteiunabhängig auf die Probleme unserer Stadt zu schauen, bin ich in der Lage, eine Blickrichtung für neue Perspektiven einzunehmen.

Deshalb bin ich bereit für den Schichtwechsel!

 

 

Schichtwechsel

Nach 67 Jahren SPD-Hoheit in Herten und der als selbstverständlich geltenden Weitergabe des Bürgermeisteramtes an den Anwärter-Praktikanten muss nun Schluss sein mit: "Weiter so nach Nirgendwo!" Herten braucht einen Richtungswechsel. Und der ist nur mit einem Schichtwechsel möglich.

Dass der amtierende Bürgermeister die Stadt im Stich lässt, ist bisher einmalig in der Hertener Stadtgeschichte. Aber genau diese Tatsache ist eine wunderbare Chance für eine neue Weichenstellung.

Herten ist keine Insel. Unsere Stadt ist eingebettet in eine globale Welt. Diese Welt ist geprägt durch eine enorme Vielfältigkeit und vor allem Gleichzeitigkeit des Geschehens. Nie zuvor haben sich die Menschen auf unserem Planeten schneller bewegt, vieles zur gleichen Zeit erledigt und schneller und komplexer Waren, Dienste und Informationen ausgetauscht.

Dieser Hyperaktivität bleiben als weithin anerkannte Regulatoren für Wohlstand, Frieden und Freiheit die Menschenrechte als globale Bürgerrechte und die freien Märkte vorgeschaltet. Sie sind die Prüfsteine, an denen wir uns messen und die bis tief in die Regionen und Lokalitäten hineinwirken. Hier verbinden sie sich mit unserer Kultur, mit Heimat und mit Zuhause sein. Diese Paradigmen gelten für uns alle und sind Maßstab im Großen wie im Kleinen. Das allgemeine kulturelle Vermögen unserer Stadt garantiert jedem Menschen, der hier sein Zuhause hat, eine individuelle Entwicklung in bestmöglicher Sicherheit und Freude.

Wir wollen anziehend sein für alle, die hier investieren und produzieren wollen, die hier arbeiten, einkaufen, verweilen und leben wollen. So bringen wir Herten voran.

Deshalb brauchen wir jetzt den Schichtwechsel!
Deshalb bilden Sie mit mir die neutrale Kraft für das neue Herten!

 

 

Unser aller Kompetenzen nutzen

Menschen erlangen und verfeinern ihre Kompetenzen auf vielfältigen Gebieten. Familie und Beruf in Einklang zu bringen, hat für mich etwas sehr Intensives und hat in meinem Leben einen hohen Stellenwert. Hier habe ich sicherlich viele Kompetenzen erworben. Meine persönlichen Erfahrungen begründen sich in einer realitäts- und lebensnahen Ausbildung, die sich im stetigen Wandel und mit immer neuen Erkenntnissen entwickelt und gefestigt hat. Als Vater von vier Kindern und durch eigene, unterschiedlichste Lebens- und Arbeitsmodelle wurde mir eine abwechslungsreiche, nicht immer ganz leichte Zeit beschert, die ich nicht missen möchte und hoffentlich noch lange behalte. Die Herausforderungen eines Vaters und eines Unternehmers sind natürlich unterschiedlich. Mein Ziel ist jedoch immer, eine beiderseitige und machbare Lösung für die unterschiedlichen Lebenssituationen und Lebensqualitäten anzustreben.

Das gleiche gilt auch für unser Gemeinwesen. Eine funktionierende Gemeinde, eine funktionierende Gesellschaft muss das Allgemeinwohl fördernde Ziele anstreben, aber dafür auch ihre individuellen Kompetenzen einsetzen. Ich möchte das soziale Miteinander in unserer Stadt fördern, damit wir unsere Kompetenzen aufspüren und bündeln und so Probleme lösen. Gemeinsam. Ich weiß, dass die Hertener Bürgerinnen und Bürger diese Kompetenzen haben. Wir müssen sie nur hier vor Ort ausbauen und einbringen.

 

 

Unternehmerische Erfahrung

"Handwerk hat goldenen Boden", so hieß es früher immer, und ich glaube, so ist es auch heute noch. Meinen Beruf in seiner Vielfalt und in seiner rasanten technischen Entwicklung übe ich seit über dreißig Jahren als selbstständiger Handwerksmeister im eigenen Unternehmen aus. Die Basis dafür hat meine Arbeit in leitender Funktion bei einem der größten Werbetechnikunternehmen Europas gelegt. Aber was mir tagtäglich weiterhilft, ist eine spezielle Ausdauer und Hartnäckigkeit, die mich auch entfernte Ziele nicht aus den Augen verlieren lässt. Die wichtigsten Erkenntnisse aus über vierzig Berufsjahren: Die Dinge immer aus unterschiedlichen Blickwinkeln, von unterschiedlichen Standpunkten aus betrachten und bewerten. Nur so kann es ein Gleichgewicht und Ausgewogenheit geben.

Unternehmerisch denken und handeln braucht Erfahrung. Und Erfahrung bedeutet für mich eben nicht, immer das Gleiche zu tun, um es gut zu machen, sondern sich durch Erfahrung weiter zu entwickeln. Diese Art, von seinen Erfahrungen zu profitieren, kommt auch einer Stadt zugute.

 

 

Wie kann Herten von unternehmerischer Erfahrung profitieren?

Kleine und Kleinstunternehmen bilden die Grundlage einer gesunden Wirtschaft. Dies ist nicht nur ein Ergebnis des laufenden Strukturwandels, dies ist auch ein Ergebnis von Kreativität und Anstrengung einzelner mutiger Menschen. Hier, so glaube ich, müssen bei zukünftigen Entscheidungen die Weichen anders gestellt werden. Es gilt zu erkennen, dass aus Kleinstunternehmen auch Arbeitgeber werden können, aber nicht zwangsläufig müssen. So sollte immer die ganze Bandbreite bewertet werden. Ein Kleinstunternehmen kann auch gut eine zeitlich befristete und eigenverantwortliche Verdienstquelle oder auch ein Familienmodell auf Zeit sein.

Qualitäten und Kompetenzen dürfen nicht aus Mangel an Möglichkeiten irgendwo schlummern oder gar verkümmern. Wir müssen der Kreativität eine Plattform bieten, nicht alles und jedes regulieren, sondern manche vertretbaren Aktivitäten auch einfach mal zulassen. Das Verständnis für Familie im Einklang mit dem Beruf schließt sich hier nahtlos an. Mit einem veränderten Spektrum an Optionen verändern sich auch die Unternehmenskulturen und mit ihnen die Perspektiven in unserer Stadt.

Unternehmen siedeln sich dort an, wo kreative Menschen sich engagieren, sich einbringen und flexible Lösungen aufzeigen. In einem Lebensraum mit hoher Lebensqualität. Um diese Entwicklung zu fördern, ist z. B. ein Gebot der Stunde, Zwischenlösungen und Zwischennutzungen auf Zeit zu schaffen, anzubieten, zu unterstützen und zu begleiten.

 

 

Hertens Vielfalt

Zu Hertens Vielfalt gehört ein gesunder Mix aus gut aufgestelltem Mittelstand und Industrie. Hier kann unsere Stadt bereits mit einer guten Basis aufwarten und hat dazu eine brauchbare Infrastruktur zu bieten. Dies gilt es weiter zu entwickeln, aber – und das ist ganz wichtig – ohne die Unternehmen, die Herten schon seit Jahrzehnten die Treue halten, zu vernachlässigen! Unternehmen und Mitarbeiter und damit alle Mitbürger brauchen Verlässlichkeit. Hier schlägt das Herz, das dürfen wir nicht vergessen!

Wenn die Stadt wachsen will, so kann sie dies in erster Linie aus eigener Kraft. Doch diese Kraft muss gestärkt werden. Hier halte ich unternehmerisches Denken und kreative Impulse anstelle von "das geht nicht" oder "das war schon immer so" für unverzichtbar. Manchmal ist es harte Arbeit, kreativ zu sein. Aber es lohnt sich.

Wenn Herten wachsen und blühen soll, müssen wir eine Kultur schaffen, die neue Unternehmen – und damit potente Arbeitgeber und Steuerzahler – anzieht. Die Kultur einer Stadt wird bei einer Standortbewertung hoch angesiedelt. Ein außergewöhnliches kulturelles Umfeld sowie ein attraktives Freizeitangebot sind für Mitarbeiter und Unternehmen gleichermaßen wichtig. Unsere Stadt kann mit Halden und Industriekultur, mit Schlössern, Parks und ländlicher Natur beeindruckend punkten. Herten hat viel zu bieten und kann hier gleichzeitig noch viel mehr tun.

 

 

Perspektiven für Herten

Wenn ich über die Zukunft unserer Stadt nachdenken möchte, zieht es mich oft tatsächlich und oft auch nur in Gedanken zum Obelisken auf unserer Halde. Dieser markante Punkt wird ja nicht umsonst "Denksäule" genannt. Der Blick von hier in die Weite – fast meint man, über den Horizont hinaussehen zu können – erzeugt kreative Momente, Fantasien und Ideen, die auch nach gesunder Reflexion wenig von ihrer Möglichkeitsenergie verlieren.

Gute Ideen fallen nicht vom Himmel. Sie sind immer das Ergebnis von Prozessen. Während solcher Prozesse spüre ich: Wer sich mit vollem Einsatz für die Gemeinschaft engagieren will, sollte sich grundsätzlich einen Energieüberschuss erarbeitet haben, um bei dieser "Meisteraufgabe" zu bestehen. Ein Bild von chinesischen Artisten, die Teller auf Stäben drehen, kommt mir in den Sinn: Drei drehen sich schon, dann kommt der vierte, der fünfte ...

Ja gewiss, ich möchte, dass sich in Herten wieder die "Teller drehen"!

Ich möchte eine neue, klare, unsere Zukunft eröffnende Identität, ich möchte an der Unverwechselbarkeit unserer Stadt arbeiten, denn: Herten, ist mein und dein Revier!

Priorität vor der Umsetzung von neuen Plänen hat aber zunächst eine Revision aller Finanzen des sogenannten Konzerns Herten, und zwar bis zu den Stellen hinter dem Komma. Dann erst wissen wir, wo wir ökonomisch stehen und ob es überhaupt Spielräume für eigenes Handeln gibt. Eines ist aber heute schon unwidersprochen: Wir benötigen für unsere Entwicklung Wirtschaftskraft von außen, sowohl von der Unternehmerschaft, von den Konsumenten als auch von den politisch übergeordneten Institutionen.

 

 

Wie schieben wir das an?

Um diese Frage zu beantworten, möchte ich zeitlich zurückschauen, auf die Anfänge der Landwirtschaft, in der viele der von uns heute benutzten Begriffe wie Kultur oder Tradition ihre Wurzeln haben. Als dem Ochsen vom Bauern das Joch angelegt werden konnte, bedeutete das eine Innovation, mit der der Ackerboden viel besser und schneller kultiviert werden konnte. Dann erfolgte die Übergabe dieser handwerklichen Verbesserung an die Söhne, sie wurde über Generationen tradiert. Daraus entwickelte sich mit der Zeit eine bewährte Kultur und Tradition.

Kultur und Tradition bedeuten nicht Stillstand. Nutzen auch wir die innovativen Kräfte, die in uns verborgen sind! Schenken wir unseren plötzlichen Einfällen und Visionen Beachtung und trauen wir uns, Ideen auszusprechen und neue Kombinationen auszuprobieren!

Solche Prozesse wünsche ich mir von allen Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt, um Herten ein neues Gesicht zu geben, vor allem von der Jugend, die dazu Zeit, Anregungen und Räume benötigt.

Schöpferische Freiheit können wir nicht diskutieren, wir müssen sie uns nehmen!

Kreativität als Faktor von Produktionsverhältnissen und damit von Lebensweisen muss im Rahmen des lebenslangen Lernens genauso zur Wissensökonomie gehören wie die systemorientierten Standards einer 2.0-Gesellschaft oder einer 4.0-Wirtschaft. Ich möchte, dass unsere Kinder ab dem Kindergarten auf diese Herausforderung gleichermaßen und bestmöglich vorbereitet werden.

 

 

Schloss Herten als Urzelle unserer Identität

Ab sofort stehe ich für Ideen, weitere Anregungen und Diskussion mehr als gern zur Verfügung.

Im Zentrum meines Konzeptes stehen zunächst das Wasserschloss Herten und der Park als Urzelle unserer Hertener Identität. Auf diese beiden natürlichen und baulichen Potenziale ist Verlass.

Mein Ziel ist es, dass Schloss, Park und Innenstadt als Einheit wahrgenommen werden. Keine andere Stadt im Kreis hat so ein Vermögen. Diese Kombination verstehe ich als Achsenbaum, an den sich weitere Qualitäten der Stadt andocken können.

Zudem wird geprüft, inwieweit die Gastronomie im Park mit einer angemessenen Architektur (wie z. B. der Chinesische Turm im Englischen Garten in München) ergänzt werden kann. Dass wir alle Maßnahmen im Einklang der ökologischen Normen und Interessen hin prüfen und diskutieren, darf hierbei und bei allen nachfolgenden Projekten als vorausgesetzt gelten.

Dann wird alljährlich ab 2017 im Schlosspark u.a. das Hertener Märchenfestival "Allerleimär" verwirklicht. Dies ist ein Kulturformat des Hertener Fördervereins "BALTHAZAR e.V.", das vorsieht, mit professionellen Schauspielern und Laien berühmte Märchen, wie zuerst "Dornröschen" und ab 2019 "Hänsel und Gretel", auf die Bühne zu bringen. Das Festival wird in der Entwicklung weiter abgerundet durch wissenschaftliche Symposien und einen Büchermarkt.

Weiterhin ist in diesem Zusammenhang die Platzierung einer zeitgenössischen Märchenbücherei in Kombination mit dem Glashaus und dem Schloss-Café angedacht.

Mit der aktiven Einbeziehung unserer Partnerstädte ist die Entwicklung zu einem Festival mit europäischem Gepräge durchaus vorstellbar.

Diese erste planerische Szenerie einmal gedanklich als angeschoben vorgestellt, gilt es dann, als Impuls auf die Innenstadt zu übertragen.

 

 

Wie bringt uns das voran?

Mit dem traditionsreichen Vermögen des Schlosses, des Parks und des neuen Kulturformats ist eine Qualität angesprochen, die uns in Richtung "Unverwechselbarkeit" einen Schritt nach vorn gebracht hat.

Die Städte um uns herum, kreisweit und darüber hinaus plagen die gleichen Sorgen wie uns. Es fallen dieselben Begriffe der Not, aber auch der Notwendigkeit: Schulden, Finanzen, Arbeit auf der einen Seite, Shopping Malls, Outlets und neue Kulturformate auf der anderen. Aber ein Konzept der Unverwechselbarkeit einer Stadt ist kaum zu erkennen. Das ist unsere Chance!

Der größte Teil der Generation der "Babyboomer" wird in den kommenden Jahren in Pension gehen. Sie verfügen über eine hohe Kaufkraft, suchen Orte der "Entschleunigung", des "Müßigganges" auf und wollen am liebsten auch dort Produkte und Dienste konsumieren, genießen oder ausprobieren.

Experten und Konsumforscher nennen diese Generation die des "Slow, Flow & Co.", deren Bedarf nicht mehr nur im Lidl, Aldi oder Netto gedeckt werden kann.

Die kreative Entwicklung findet auf der Angebotsseite oftmals im Internet oder in den großen Metropolen statt, aber nicht in sinnvoller Kombination und gebündelt auf einer städtischen Fläche. Es ist jedoch ein nicht zu vernachlässigender Markt, der unter den Begriffen Slow Food, Heritage und Manufakturen mehr als 200 Mill. Euro Umsatz alljährlich erwirtschaftet.

Die zwanzig Jahre alte Initiative "Slow Food", die von dem Italiener Carlo Petrini gegründet wurde, ist heute ein weltweites Netzwerk aus Verbrauchern, Bauern, Züchtern, Köchen und Winzern, die sich dem fairen und sauberen Handel mit heimischen Produkten verschrieben haben. Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher lassen sich beim Kauf ihrer Nahrungsmittel usw. von dieser sehr bodenständigen Lebensweise leiten.

Der englische Begriff "Heritage" bedeutet unser Wort "Erbe", die Übertragung von Bewährtem. In die gleiche Begrifflichkeit gehört auch "Manufactum": die handwerkliche Kunst, die Könnerschaft als Erbe und Pflege von Produkten und Diensten, übertragen an die nächste Generation, ist zu einem weltweiten Markt geworden. Dieser Markt ist kein elitärer Luxus-Markt, sondern vergleichbar mit Sabines Marmeladen-Laden in Herten. Läden solcher Art bringen Flair in unsere Innenstadt und erfüllen einen sinnvollen Zweck. Erfreulich wäre, wenn wir mehr davon hätten.

Lassen Sie uns spekulieren! So könnte ein Tag eines "Slow, Flow & Co."-Paares aussehen (und dass diese Generation kommt, ist gewiss!): "Er" schaut sich an, wie sein Spargel in der Ried gestochen wird. Er probiert am Ewaldsee die neuen Köder fürs Fliegenfischen aus. Und bevor es zur Probefahrt mit dem Westfield geht, möchte er sicherheitshalber die Schrauben eben noch selbst nachziehen. "Sie" ist, nach aufbauendem Pilates-Training, auf dem Weg zum Frühstück mit Freundinnen im "Bestseller-Café". Später wird sie noch bei "Jim Knopf" reinschauen, dem neuen Laden für Kurzwaren, den der junge Afrikaner aus Nigeria vor kurzem eröffnet hat. Die Kinder sind mit dem MTB oder dem Segway auf Rundkurs und alle treffen sich am Nachmittag auf Ewald, wo ihre Trekkingräder stehen. Doch bevor sie nach Zuhause radeln, werden noch die Eintrittskarten für das Märchenfestival gebucht ...

Damit solche spezifischen mittelständischen Ansiedlungen zum Erfolg geführt werden, werden sie begleitet durch ein integratives Geländer aus Stadtmarketing, Förderung von Ausbildung, einer Kooperation von IHK oder Handwerkskammern und Banken.

Zu diesen Bildern der Zukunft gehört sicher auch das des neuen Forums. Wenn es denn kommt, würde es harmonisch die o. a. Angebote abrunden. Ich werde mir aber zum Stand der Dinge selbst ein Bild machen und werde dazu zu den Investoren reisen, auch um weitere Möglichkeiten anzubieten. Über die Ergebnisse halte ich Sie an dieser Stelle gerne auf dem Laufenden.

Bitte haben Sie Verständnis, wenn ich hier nicht alle Themen aufzählen kann, die ohne Zweifel zwingend zur politischen Entwicklung gehören wie z. B. die Wiederbelebung der Kreativ- und Kulturwirtschaft auf Ewald, die Restrukturierungen von Schlägel & Eisen und Westerholt, die Weiterentwicklung unserer Stadtteile oder die klassischen Themen sozialer Politik. Dazu schließlich noch ein Beispiel: Schöpferische Kreativität gehört für mich neben den klassischen Bildungsfeldern zum Wissensaufbau jedes Menschen. Sobald ich Klarheit über die Finanzen unserer Stadt habe, lasse ich prüfen, wie wir Familien von den Betreuungs- und Kindergartengebühren entlasten können!

 

 

Warum ich mich keiner Partei anschließe

Ich bin Bürger der Stadt Herten und politisch unabhängig. Bis heute konnte ich mich für keine der etablierten, politischen Parteien als meine Heimat erwärmen. Heute bin ich mir sicher: Das ist auch nicht erforderlich. Trotzdem bin ich ein politischer Mensch. Aber ich wollte noch niemals unterscheiden, ob eine mir sympathische, eine gute Idee von der einen oder der anderen Partei vorgeschlagen wurde. Prozesse zu hinterfragen, Projekte anzustoßen, Meinungen zu bewegen, Ziele zu erreichen, dazu braucht es kein Parteibuch, keine parteiliche Hand- oder Vorschrift. Ich bin davon überzeugt, dass diese parteilichen Grundfesten, wie sie zurzeit noch auf kommunaler Ebene bestehen, in Zukunft keinen Bestand mehr haben werden. Hier kann Herten nach der kommenden Bürgermeisterwahl seiner Zeit ein bis zwei Jahrzehnte voraus sein. Die Bürger dieser Stadt wenden sich vom politischen "Gehabe" immer weiter ab und sind in der Lage, sich mit einer guten und motivierten Stadtverwaltung um ihre Stadt verantwortlich zu kümmern.

Politiker auf allen Ebenen reden gerne von Politikverdrossenheit. Ich nenne es bürgerliche Demotivation. Wie viele Hertener habe auch ich die Wahrnehmung, dass nicht nur der Rat der Stadt Herten, sondern die Bürgervertreter im Allgemeinen ihre Bürgerinnen und Bürger immer weniger kennen und entsprechend vertreten. Ich unterstelle hier keine böse Absicht, sondern vorgeprägte Handlungsabläufe aus parteilicher Querele. Abstimmungen wirken nicht nur auf mich wie ein Schlagabtausch: Bist du dagegen, sind wir dafür und umgekehrt. Der Bürgerwille bleibt dabei des Öfteren auf der Strecke und trägt somit zur Demotivation, zur "Nicht-Mitmach-Stadt" bei. Dies gilt es zu durchbrechen. Ich sehe die Zeit als gekommen und bin bereit, andere Wege zu gehen. Einigkeit ist hier eines der Schlüsselwörter.

Eine Bürgerschaft mit neuen Perspektiven. Ein Bürgermeister als ihre Stimme, ohne feste politische Zuordnung. Das geht. Das geht sogar sehr gut. Andere Gemeinden machen es uns vor. Die Mehrheit im Rat ist seit langer, langer Zeit gegeben. Als Bürgermeister kann ich eine Entscheidung des Rates nicht überstimmen. Aber: Ich möchte überparteilich vermitteln, motivieren und in der Sache mit Mehrheiten gestalten, soweit sich die Stadtverordneten der Bürgerschaft gegenüber verantwortlich verhalten. Ich möchte neue Wege vorschlagen und diese gemeinsam gehen mit Menschen, die Verantwortung übernehmen.

 

 

Das Geld der Bürgerinnen und Bürger

Jeder weiß: Wir können einen Euro nur einmal ausgeben. Wir sind es auch gewohnt und empfinden es als richtig, dauerhaft nicht mehr auszugeben, als wir einnehmen. Bei größeren Anschaffungen und wenn wir uns relativ sicher sind, können wir etwas langfristig und mit der Perspektive, es auch abzuschließen, solide finanzieren. So handeln wir im privaten Leben und im eigenen Interesse. So sollten es die Vertreter der Bürgerschaft in unserem Namen und mit unsrer Stimme auch tun. Das können wir erwarten. Das erwarte ich. Die Stadt Herten hat fast 450 Millionen Euro Schulden mit steigender Tendenz. Diese Zahl bedeutet für mich "Sterben auf Raten". Wenn wir es bei dieser Unsicherheit in unserer Stadt belassen, dann wird es immer so weitergehen. Ein angestrebter, ausgeglichener Haushalt nach einem 67 Jahre-"Experiment" ist mir da zu wenig und zu kurz gesprungen. Bei der Ausgabenseite geht es nicht nur um Sparen oder Einsparen, so wie es auf der Einnahmeseite nicht nur um Fördergelder gehen kann. Es geht um Gleichgewicht und positive Impulse. Die Finanzen der Stadt Herten dürfen nicht länger unhinterfragt bleiben.

 

 

Fred Toplak, der Ausdauerläufer

Ich laufe die Marathonstrecke und gerne darüber hinaus. Das sagt schon Einiges über mich aus. Für den Marathon muss man nicht nur zäh und ausdauernd sein, sondern auch zielstrebig und planvoll. Für einen Ultramarathon, also Stecken von über 100 oder gar 200 km in den Bergen, kommen noch ein paar mentale Eigenschaften hinzu. Das Laufen klärt meinen Kopf und macht ihn frei für Neues. Jeder Lauf gibt mir eine "natürliche Aufladung".

Vom Laufen lerne ich, dass das Handeln einhergeht mit Entschlossenheit, Ehrfurcht vor der Aufgabe und Verantwortung für den Anderen.

Deshalb bin ich bereit, mich der Aufgabe des Bürgermeisters der Stadt Herten zu stellen. Die Lösungen der Probleme unserer Stadt benötigen einen langen Atem!